Von seiner Optik her könnte man die wurzelartige Knolle eher für ein exotisches Gemüse halten, das ein wenig an Ingwer erinnert. Tatsächlich gehört Topinambur, das mit der Sonnenblume verwandt ist, heute zu den alten heimischen Gemüsesorten.
Ursprünglich stammt die gelb blühende Staude zwar aus Nordamerika, wurzelt aber schon seit dem 17. Jahrhundert in Deutschland – und kam damit kurz nach der Kartoffel in unsere Böden. Doch während die Kartoffel die Speisepläne seither durchgängig dominierte, verschwand das nach Artischocken schmeckende Topinambur später von den Ackerflächen, bis es im Zuge der Rückbesinnung auf alte und regionale Produkte heute wieder als kulinarisches Highlight die Esstische bestückt.
Topinambur und die anderen regionalen Produkte sind neben einer geschmacklichen Bereicherung unseres Speiseplans auch nachhaltig: Denn „Regional“ bedeutet kurze Transportwege, geringe CO2-Belastung und hohe Biodiversität in Flora und Fauna. Was lecker und zugleich gut für die Umwelt ist, kann daher ruhig häufiger auf den Tisch kommen. Vor allem, wenn gerade Haupterntezeit ist.
Zum Beispiel Topinambur auf mediterrane Art mit Tomaten und Rosmarin:
Für 4 Personen
- 500 g Topinambur (gewaschen, geschält und in 1 cm dicke Scheiben geschnitten)
- 1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe (geschält und gehackt)
- 2 Zweige Rosmarin (grob zerteilt)
- 4 EL Olivenöl
- 200 g Kirschtomaten (gewaschen und halbiert)
- Salz, Pfeffer
Fleur de Sel
Den Backofen auf 200° (Umluft 180°) vorheizen. Topinambur, Zwiebel, Knoblauch, Rosmarinzweige und Öl in die Fettpfanne geben, mit Salz und Pfeffer würzen und alles miteinander durchmengen. In der Mitte des Ofens etwa 20 Minuten backen. Dann die halbierten Tomaten darüber verteilen und alles zusammen noch einmal 15 Minuten in den Ofen geben.
Servieren und mit Fleur de Sel bestreuen.
(Foto: Stihl024 / pixelio.de)
Es ist noch gar nicht so lange her, da wussten nur einige wenige Bio-Fans oder Teile der älteren Landbevölkerung, welche Schätze in den Böden unserer direkten Nachbarschaft verborgen liegen. Für die allermeisten Menschen aber konnte es damals gar nicht exotisch genug auf dem heimischen Esstisch zugehen: Thai, Cross-over oder Mediterran – es galt das Credo: Alles, bloß keine deutsche Küche. Genauso wie man zur Erholung in entfernte Länder reiste, speiste man auch international.






