Reisebericht: Die Kunst mit dem Apfel („Öpfel“)
Gerade einmal zwei Gleise hat der Bahnhof Müllheim-Wigoltingen im Schweizer Kanton Thurgau südlich des Bodensees, wo ich nach rund 40 Minuten Zugfahrt von Zürich-Flughafen aussteige. Es duftet deftig nach Land. Eine freundliche Dame bringt mich in nur 5 Autominuten in das neu eröffnete Design- und Wellnesshotel Golf Panorama. Nach jugendlich-frecher Begrüßung an der Rezeption werde ich ein großzügiges Zimmer gebracht. Hellgrau, Weiß, Schwarz und edler Damast in Hellbraun sowie eine Top-Beleuchtung bestimmen den ersten Eindruck. Edle, schwarze Fritz Hansen Lampen verteilt auf Nacht- und Schreibtisch. Riesige Dusche im Bad. Insgesamt alles angenehm zurückgehalten. Ich packe aus, die Tagung kann beginnen.
Im Laufe der „Zukunftstagung 2011“, die in einem Veranstaltungssaal des nah gelegenen Golfclubs stattfindet, teste ich auch das Spa und das edle Restaurant „Lion d´Or“ – französische Küche? Weil das Napoleonmuseum in der Nähe ist? Das muss ich wissen – schließlich muss ich manchmal fast ein bisschen detektivisch in den neuen Hotels vorgehen. Gelassen tauche ich – brav in Bademantel und Flip-Flops – an der Spa-Rezeption auf. Das Wasser des Pools glitzert, ein bisschen Tageslicht unten im Spa-Basement tut immer gut. Nach nettem Händeschütteln plötzlich Apfelgeruch am ganzen Körper. Ungewohnt. Doch mit der Zeit ganz erfrischend. Für Massagen, Peelings und die Pflege hat das Haus eine eigene Apfelblütenkosmetik aus rein natürlichen Inhaltsstoffen entwickelt. Wer hatte die Idee? Im Thurgau stehen im Frühjahr ganze Plantagen in der weißen Apfelblütenpracht – Grund genug für den Manager und erfahrenen Wellness-Kenner Ferdinand Thoma, diese regionale natürliche Ressource zu erforschen und in das Konzept mit aufzunehmen. Die 50-minütige Massage verläuft sehr professionell und entspannend. Kompliment an die Schweizer Wellness-Trainerin! –
Abends dürfen wir Feines vom Hasen („Häsli“) mit Quitten-Apfel-Chutney als Opener im Restaurant genießen. Sehr gut geraten ist auch das rosa gebratene Rinderfilet neben mit Feigensenf glasierter Gänseleber, dazu Apfel-Kartoffel-Rösti. Spektakulär das kunstvolle Geflecht von Zuckersirup, das über Birnensorbet („Biräsorbet“) mit Schoggi-Kardomon-Soße zu schweben scheint. Dazu ist ein heimischer Weißwein („Wysswy“) „Schloss Weinfelden 2008“ der perfekte Begleiter: Ein bisschen Apfel, Sommerwiesenduft gepaart mit satter Erde.
Insgesamt ist dem Golf Panorama ein Kunstwerk rund um den Apfel gelungen. Hochwertige Wellness, Golfen direkt ab dem Haus und Genießen mit allen Sinnen. „Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist viel Zeit, die wir nicht nutzen.“ (Seneca) – In diesem Sinne: Herzlichen Dank an die Familien Thoma und Spatz und weiterhin viel Erfolg!